Ein guter Therapiehund

5 Dez, 2013

Ein guter Therapiehund

Es gibt zahlreiche Literatur, die beschreibt was einen Therapiehund ausmacht und wie er sein muss. Im Nachfolgenden werden einige wichtige Voraussetzungen angesprochen.

Meiner Ansicht nach steht und fällt ein guter Therapiehund mit der Professionalität der Ausbildung. Viele Hunde können zu guten Therapiehunden werden. Das benötigt jedoch Zeit, Geduld und zielgerichtetes Training.

Bevor ein Hund eine Ausbildung beginnt, sollte ein erfahrener Ausbilder den Hund in Augenschein nehmen, denn ein ausgebildeter Therapiehund muss einige Anforderungen erfüllen. Hierbei spielt die Rasse meist eine untergeordnete Rolle.

Ein Therapiehund muss ein festes Wesen und eine hohe Reizschwelle besitzen, denn im Einsatz werden oft unvorhergesehene Situationen entstehen, in denen der Hund cool bleiben muss. Daher sollte er in einer Ausbildung lernen diese besondere Art von Stress gut auszuhalten und unbekannte Situationen souverän zu meistern. Der Hund muss in Bezug auf Menschen und Tiere sehr gut sozialisiert sein. Eine positive Grundstimmung gegenüber Menschen, ein stabiler Grundgehorsam und eine gute Bindung zum Hundeführer sind Voraussetzung zur erfolgreichen tiergestützten Intervention. Das alles kann und muss über einen langen Zeitraum gemeinsam mit dem Hund erarbeitet werden.

Der Gesundheitszustand des Tieres muss bei jedem Einsatz einwandfrei sein und Bedarf einer vorbeugenden Grundhaltung des Besitzers. Das heißt der Hund muss 3-4 mal jährlich entwurmt werden und einen jährlichen Gesundheitscheck absolvieren. In meiner Therapiehundeausbildung war es uns untersagt den Hund mit rohem Fleisch zu füttern, da durch den Verzicht auf rohes Fleisch einer Ansteckung mit Salmonellen vorgebeugt werden kann.  Auf das Erscheinungsbild und den physischen wie psychischen Zustand des Hundes muss vermehrt geachtet werden.

Da ein Therapiehund harte Arbeit leistet, darf meiner Meinung nach auf das ein oder andere Plus fürs Wohlbefinden nicht verzichtet werden. Holly liebt besonders ihre ausgiebigen Zerr- und Spielphasen nach der Arbeit und entspannt sich besonders gut bei einer abendlichen Massage.

Um den oben genannten Zustand zu erreichen ist ein tägliches Training und eine hochwertige Ausbildung in diesem Bereich unabdingbar. Ich bin der Meinung, dass komplett unausgebildete Hunde nicht in Einrichtungen eingesetzt werden sollten. Zum einen wurde der Hund nicht an die verschiedenen Herausforderungen herangeführt. Aber noch viel wichtiger ist, der Hundeführer kann meist die Sprache seines Hundes nicht ausreichend verstehen, um ihm wenn nötig Hilfestellung zu geben. Das provoziert Unfälle, die dann auf den Therapiehund im allgemeinen umgelegt werden. Das wiederum erschwert die Arbeit und schürt Vorurteile gegen tiergestützte Intervention. Es gibt sehr viele Leute, die ihren Hund einfach mit in die Arbeit nehmen oder ihn als ehrenamtliche Tätigkeit in soziale Einrichtungen mitbringen ohne zusätzlich Ausbildung. Das mag vom Grundgedanken nett gemeint sein, jedoch möchte ich kurz appellieren.

Es gibt Möglichkeiten auch für schmalere Geldbeutel eine Ausbildung zum Besuchshund, Begleithund etc. zu machen. Aber Bitte nicht ganz auf eine Ausbildung verzichten.

Jasmin

Als Sozialpädagogin i.A. und zertifizierte Hundeführerin in der tiergestützten Intervention liegt mir das Wohl und die Entfaltung der Persönlichkeit meiner Klienten sehr am Herzen. Zusammen mit meiner ausgebildeten Therapiehündin Holly ist es mir eine Freude, Menschen ein Stück ihres Lebens zu begleiten.

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