Holly drives me crazy

1 Aug, 2013

Holly drives me crazy

Abgesehen davon, dass ich meinen kleinen Bären vom ersten Moment an geliebt habe kann man sagen, dass die ersten zwei Monate die ich Holly hatte wohl die anstrengendste Zeit in meinem bisherigen Leben war. In der ersten Woche sollte ich nebenbei auch noch für meine Rechtsklausur lernen, was ich natürlich total vergessen konnte.

Hollys Hundeblick
Der Hundeblick

Die kleine Fellnase brauchte jede Sekunde meine ganze Aufmerksamkeit. Ich schlief nicht mehr als drei Stunden am Stück, da Holly kontinuierlich nach draußen zum Bieseln musste. Erschwerend kam hier der dritte Stock ohne Aufzug hinzu und die Tatsache, dass der kleine Welpe wegen des Wachstums und den damit verbundenen weichen Knochen keine Treppen laufen durfte. Dies hätte zu Stauchungen der Gelenke geführt und somit Erkrankungen wie Hüftdysplasie und Ellenbogendysplasie begünstigt. An einem Tag führte ich Strichliste über das ganze „Rauf und Runter“ und ermittelte die Zahl 23.

Trotz meines Einsatzes fast stündlich mit Holly raus zu gehen, machte der kleine Hosenmatz am Tag drei bis vier Mal in die Bude. Meist sogar, wenn ich gerade wieder mit ihr von unten nach oben gegangen war. Das brachte mich schon das ein oder andere Mal an den Rand eines Wutanfalls. Den Hund zu schimpfen ist hier jedoch ganz fehl am Platz und würde nur zur totalen Verunsicherung des Welpen führen. Also Wut runter schlucken, den Welpen nehmen und gleich nochmal runter auf die Wiese setzten. In meinem Beitrag “ Stubenrein“ wird beschrieben wie man vorgehen könnte, um dem Hund schnell zu vermitteln wo er sein Geschäft zu verrichten hat. Dieses ständige hoch und runter sorgte sogar dafür, dass ich mich zwei Mal aus meiner Wohnung aussperrte und dann sehr deprimiert auf der Treppe im Hausflur saß. Patrick kam dann extra von der Arbeit und sperrte mir die Türe auf. Wie peinlich. Als mir dann zwei Tage später das gleiche wieder passierte gab ich mir diese Blöße nicht mehr und wartete bis er von selbst nach Hause kam. Puh war das lang.

In den ersten zwei Wochen musste ich jeden Kontakt zwischen Hund und  Katze anleiten um sicher zu gehen, dass die Katze den Hund nicht verletzt und der Hund nicht zu stürmisch auf die Katze zugeht. Das ging mir am meisten an die Nerven. Denn Minty hatte es in dieser Zeit nicht leicht. Sie versteckte sich den Großteil des Tages unter dem abgeriegelten Bett. Selbst ihr Futter und das Wasser stellte ich ihr dort hin. Nachts nahm ich Holly an die Leine, damit Minty herumlaufen konnte ohne das Holly ihr hinterher tapste. Da habe ich manchmal an meiner Entscheidung einen Hund zu holen gezweifelt. Ich hatte Angst, dass Minty jetzt für immer auf „halb acht“ Stellung leben würde. Gott sei Dank legte sich das nach kurzer Zeit. Die zwei sind jetzt zwar keine „Buddys“ aber sie hassen sich auch nicht.

Holly liegt vor Minty und kämpft um aufmerksamkeit
Holly und Minty

Auch das Trainingsprogramm, welches ich selbst erstellte kostete Zeit und Nerven. Mehrmals am Tag übten wir „Sitz, Platz, Bleib“ und co. Fressen gab es anfangs aus der Hand, das fördert den Beziehungsaufbau. Essenszeiten waren in den ersten Wochen fix um 7, 12, 16, 20 und um 24 Uhr.  Der Spaziergang bestand zu dieser Zeit aus kurzen Intervallen mehrmals täglich ca. 10 Minuten in der Nähe des Hauses. Umso älter Holly wurde umso mehr erweiterte sich der Radius und die Zeitspanne des Spaziergangs. Mehr Infos über Beschäftigung mit dem Welpen gibts im Beitrag Auslastung des Welpen.

Jedes Mal wenn ich das Haus verlassen musste um einkaufen zu gehen, meine Klausur zu schreiben, meinem Nebenjob nachzugehen oder ein Rezept beim Arzt abzuholen setzte das Planung voraus. Denn die erste Zeit konnte ich Holly nicht allein Zuhause lassen. Das muss nämlich erst langwierig geübt werden, sodass es im späteren Alltag damit keine Probleme gibt.  Infos, Tipps und Tricks  wie man dem Hund das allein bleiben beibringt gibt es im Beitrag “ Ohne Stress allein Daheim“ Also bis es soweit war, dass Holly das allein bleiben nichts mehr ausmacht mussten also Freunde und Familie herhalten. Bei allen die mich in dieser Zeit mit meinem Zwergie unterstützt haben möchte ich mich nochmals herzlich bedanken. Ohne eure Unterstützung wäre ich echt aufgeschmissen gewesen.

Jasmin

Als Sozialpädagogin i.A. und zertifizierte Hundeführerin in der tiergestützten Intervention liegt mir das Wohl und die Entfaltung der Persönlichkeit meiner Klienten sehr am Herzen. Zusammen mit meiner ausgebildeten Therapiehündin Holly ist es mir eine Freude, Menschen ein Stück ihres Lebens zu begleiten.

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